Die Zwiebala

Während der schwäbisch-alemannischen Fasnet tragen die Narren keine jährlich wechselnde Verkleidung, sondern stets dasselbe Kostüm, das „Häs“ genannt wird. Das Häs wird in manchen Gegenden sogar über viele Generationen vererbt.

Typischerweise besteht das Häs aus einem Leinenkostüm, das bemalt oder mit bunten Stoffen verziert ist, und eine Gesichtsmaske, auch Larve oder Schemme genannt. Die Jacken und Hosen der Zwiebala sind Längs gesteift, in den Farben Beige und
Rostrot. An der Jacke befinden sich an den beigen Streifen enden ca. 3cm Große Rollschellen. Auch das Larventuch trägt diese Streifen und die Larve die Form einer Zwiebel mit individueller Mimik.

Manche Kostüme haben eine lange, bis ins Mittelalter zurückreichende Tradition, andere sind Neuschöpfungen des vergangenen Jahrhunderts. Wichtige Figuren sind der „Teufel“, der „Wilde Mann“ und die „Hexe“. Unser Häs stellt die verfluchten Reichsbürger Esslingens dar aus der bekannten Sage „Warum die Esslinger, Zwieblinger heißen“.

Die verkleideten Hästräger treten während der Fastnachtsumzügen der Regel nicht einzeln, sondern in kleinen Gruppen gleicher Kostüme auf. Das Wort Häs bedeutet im Althochdeutschen nicht anderes als Kleid oder Gewand.

Follow Us on Social Media