Die Sage "Warum die Esslinger, Zwieblinger heißen"
Eines Tages, im frühem Mittelalter, kam der Teufel nach Esslingen am Neckar. In feines Gewand gehüllt spazierte er durch die Stadt und trieb sich unter den ehrbaren Esslinger Bürgern umher.
Seine Wege führten ihn auch auf den Marktplatz, wo gerade Markt abgehalten wurde. Er staunte nicht schlecht, was dort feilgeboten wurde:
Rettich, Kopfsalat so wie Kohlköpfe, Birnen, Zwetschgen und ganz besonders schöne rotbackige Äpfel. Es gelüstete ihn sehr, solch einen Apfel einmal zu kosten. So trat er an einen Stand mit einer nett aussehenden Marktfrau heran und sagte in schmeichelndem Ton:
„Da habt Ihr aber schöne Äpfel, gute Frau.
Wollt Ihr einen hungrigen und durstigen Fremden nicht davon versuchen lassen?“
Der Teufel hatte sich aber getäuscht, wenn er geglaubte, einer Esslinger Marktfrau könne man mit solchen Sprüchen imponieren.
Diese war viel schlauer als all die ehrbaren Bürger, die ihm zuvor auf den Leim gegangen waren.
Sie hatte nämlich aus der eleganten Hose des Fremden einen Pferdefuß hervorschauen sehen. Auch hatte ihre Nase einen Hauch von Schwefel vernommen.
<span;>Deshalb war sie auf der Hut, sagte jedoch ganz höflich:
„Das freut mich, dass Euch meine Äpfel so gefallen.
Probiert nur einmal, wie saftig sie sind.“
Und somit griff sie in den Korb, der neben ihr stand und reichte ihm eine Frucht. Kaum hatte er voller Gier hineingebissen, da verzog er auch schon das Gesicht und schüttelte sich voller Abscheu.
Die listige Marktfrau hatte ihm nämlich statt einer der schönen Äpfel, eine große saftige Zwiebel gegeben.
Angewidert spie er das Bissstück aus, zeigte sein wahres selbst und rief mit grimmiger Stimme:
„Das sollen eure Äpfel sein? Spott über euch, Esslinger! Zwiebeln sind es, scharfe und garstige Zwiebeln! Nicht länger sollt ihr Esslinger heißen, sondern Zwiebel!“
Somit verflucht er die Bürger Esslingens.
In seiner rasenden wut wandte sich der Teufel ab und verließ eilends den Esslinger Wochenmarkt.
Manche Marktleute erzählten nachher, er sei durch das Mettinger Tor entschwunden, gen Stuttgart zu. Wieder andere behaupten, er habe sich in Stuttgart niedergelassen und regiere dort bis heute.
In Esslingen jedoch wart der Teufel nie wieder gesehen.
Auf dieser Sage basiert unsere Vereins Geschichte.
